Theater vom Richtplatz Aarburg

Der Verein

Wir sind eine Laientheatergruppe, welche alle zwei Jahre auf dem Richtplatz der Festung Aarburg Freilichttheater spielt. Seit 2000 sind wir ein Verein mit entsprechenden Statuten. Unsere erste Produktion kam 1993 eher zufällig zu Stande:
Damals feierte das  «Kantonale Erziehungsheim» auf der Festung sein 100-jähriges Jubiläum. Um diesen Anlass etwas spektakulärer zu gestalten, dachten die Organisatoren an eine Theateraufführung, suchten einen Regisseur und interessierte Darsteller und Darstellerinnen aus der Region, um ihre Idee zu realisieren.

Und wirklich: Das später produzierte Mundartstück «Gaunerbluet» von Kurt Hutterli stiess auf breites Interesse und wurde zu einem unerwartet grossen Publikumserfolg. Danach war für die meisten Beteiligten klar: «Gaunerbluet» sollte nicht die letzte Produktion in dieser Art bleiben, wir hatten Blut (dieses Mal Theaterblut) geleckt! Zwei Jahre folgte mit «De Franzos im Ybrig» von Thomas Hürlimann der zweite Streich. Auch dabei waren uns die Zuschauer wohlgesinnt und somit war der erste Schritt für eine neue Theatertradition getan.

1997 brachten wir die Gruselkomödie «Der Tanz der Vampire» frei nach Romanski von Markus Keller sowie im Sommer 1999 «Der Glöckner von Notre-Dame» zur Aufführung. Alle diese Aufführungen erfolgten unter der Regie von Peter Voellmy.

Im Jahre 2001 entschieden wir uns für einen Wechsel in der Regie. Unter Walter Küng als Regisseur und Christian Haller als Dramaturg wollten wir auch zu unserer künstlerischen Entwicklung ein Zeichen setzten. So kam es zum Stück «D Fahneweih» nach Texten von Ernst Burren, welches uns forderte und erfolgreich aufgeführt werden konnte. Im Sommer 2003 kam das Stück «Der Alpenkönig und der Menschenfeind» von Ferdinand Raimund ebenfalls unter der Regie von Walter Küng und mit dramaturgischen Unterstützung von Christian Haller, welcher eine Aarburger Fassung in original Sprache erstellte, zur Aufführung. Eine weitere Herausforderung für unsere Laientheatertruppe.

Im Mai/Juni 2005 haben wir uns für das Stück «Omleto» Eine Komödie nach italienischem Rezept von Kurt Hutterli entschlossen. Kurt Hutterli hat für uns sein Stück überarbeitet er ist es der gleiche Autor von unserem ersten Stück vom Jahre 1993. Regie dieser Komödie nach italienischem Rezept führte Hans Gysi, Märstetten.

«Himmelswärts» von Ödön von Hortvat nach einer Mundartfassung von Deborah Epstein und Ernst C. Siegrist unter der Regie von Nicolas Russi, Brittnau kam als 8. Produktion zur Aufführung. Eine märchenhafte Komödie zwischen Himmel & Hölle begeisterte das zahlreiche Freilichttheaterpublikum im Sommer 2007 auf «unserem» Richtplatz auf der Festung Aarburg.

Im August/September 2009 führte erstmals eine Frau Regie, Kerstin Schult, Olten mit dem Stück «Lysistrate» von Aristophanes. Es thematisierte den Kampf einiger  Frauen gegen die Männer als Verursacher von Krieg und den damit verbunden Leiden. Krieg oder Liebe: Vor diese Wahl stellte Lysistrate die Männer Athens. Ein gewagtes Stück, sehr gut inszeniert und das Publikum zum Staunen und Lachen brachte.

Mit «Blumen, Bräute und Banditen» wagten wir uns, wiederum unter der Regie von Kerstin Schult, Olten, im Jahre 2011 an eine Westernkomödie und erlebten im Banditendorf Chiquaqua, das früher eine Mission war, wie sich Banditen des Westens und Banditos aus Mexiko um die Vorherrschaft bei den Flowers bekämpften. Bis ihnen eines Tages drei Ordensschwestern zeigten wer hier das Sagen hat.

Auf der Basis einer Erzählung von Oscar Wilde „Lord Arthur Saviles Verbrechen“ hat die Regisseurin Sibylle Heiniger aus Bern für uns das Stück «Die unmöglichen Verbrechen der Lady S.» geschrieben und inszeniert. Es handelte sich um eine echte Kriminalkomödie mit schwarzem Humor aus der Oberschicht der Londoner Gesellschaft. Im zwanzigsten Jahr unseres Bestehens auf der Festung war das 2013 unsere elfte Produktion.

2015 kommt unsere 12. Produktion seit Bestehen unserer Theatergruppe zur Aufführung! Titel des Stücks; „An König Arthus‘ Hof“ Ein irrsinniger Zeitsprung nach dem Roman von Mark Twain. Regisseurin ist wiederum Sibylle Heiniger, die auch das Stück geschrieben hat.

In diesen mehr als 20 Jahren sind wir zu einem festen Teil des Kulturlebens im unteren Wiggertal geworden, das aber auch über die Kantonsgrenzen hinaus gut bekannt ist. Wer einmal an einem schönen Sommerabend in der malerischen Kulisse der Festung Aarburg Theaterkost genossen hat, wird meistens zum Wiederholungstäter.

An dieser Stelle danken wir allen, die uns in all den Jahren immer wieder in finanzieller, materieller oder auch ideeller Art unterstützt haben. Diese breite Unterstützung macht es erst möglich alle zwei Jahre unsere Freilichtaufführungen durchführen zu können.

Heinrich Schöni, Präsident